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the gap 094/2009



Ein pragmatisch-verspielter Ansatz ist es, mit dem sich Judith Pfeifer dem Schreibprozess nähert, nonchalante Ungezwungenheit, die man spürt. Sei es in der Kürzestprosa der 33-jährigen, oder eben in ihrer Lyrik. Sprachmaterial wird zertrümmert und neu zusammengesetzt. Da flirren die Gedanken und in den stärksten Momenten wird Sprach-Idylle gleich auch wieder dekonstruiert. Egal, ob sie sich in die Südsee denkt, sich der fahlen Novemberromantik Wiens annimmt, oder einfach dem fluc in Wien einen Gedichtzyklus widmet. Der Zyklus - und das unterstreicht einmal mehr ihren spontanen Zugang zur Poesie - ist direkt vor Ort, auf dem Boden sitzend entstanden, als beim Lese-/Musik-Abend die Technik streikte. Denn „ein bisschen Event-Charakter, Musik und visuals schaden Lesungen keinesfalls, auch wenn es vom reinen, puren Wort ablenkt“.

Manfred Gram